KI-Nachwuchswissenschaftlerinnen Mit der Bekanntmachung „Förderung von KI-Nachwuchswissenschaftlerinnen“ vom 19. Juni 2019 wird das Ziel verfolgt, den Anteil qualifizierter Frauen in Führungspositionen der deutschen KI Forschung zu steigern und den Einfluss von Wissenschaftlerinnen auf das Themengebiet nachhaltig zu stärken. Die Erforschung von KI-Fragestellungen zu neuartigen und innovativen Themen durch Nachwuchsgruppen, die von Frauen geleitet werden, steht im Fokus. Nachwuchswissenschaftlerinnen aus den Fachbereichen Informatik, Mathematik, Physik, Linguistik, Neuro- und Kognitionswissenschaften, Psychologie oder angrenzender Fachgebiete sowie aus KI bezogenen Spezialisierungen in Anwendungsgebieten werden gefördert, um die Forschung zum Thema KI in Deutschland weiter voranzubringen und um die verantwortungsvolle Beteiligung von herausragend qualifizierten Frauen im Wissenschaftssystem weiter zu erhöhen. Mit der Förderung der Nachwuchsgruppen soll den Wissenschaftlerinnen die Möglichkeit gegeben werden, eigenständige Forschung zu betreiben, ihr wissenschaftliches Profil zu stärken und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Interaktive Künstliche Intelligenz für Domänenexperten und Alltagsnutzer Die Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich zunehmend zu einer der Kerntechnologien industrieller Anwendungen sowie zu einem wesentlichen integralen Bestandteil unseres täglichen Lebens. Jedoch hängt die Entwicklung und Bereitstellung von KI-Lösungen wesentlich von der Expertise der KI-Expertinnen ab. Auch um das domänenspezifische Wissen der Endanwendung zu nutzen, bedarf es meistens der Mithilfe der KI-Expertinnen. Die Möglichkeiten der Anwender*innen, das System vor und nach seiner Einführung entsprechend den Domänenanforderungen mitzugestalten, sind folglich oft nur sehr begrenzt.
Ziel des Projekts „IKIDA“ ist es, KI-Algorithmen durch direkte Interaktion mit Anwenderinnen anzupassen und zu optimieren. Dadurch kann die Anwendung von KI-Lösungen erleichtert und ihre Nachhaltigkeit sowie Akzeptanz gestärkt werden. Im vorliegenden Vorhaben sollen probabilistische KI-Algorithmen zum interaktiven maschinellen Lernen entwickelt werden. Probabilistische Algorithmen sind Algorithmen, die versuchen, durch die Wahl von zufälligen Zwischenergebnissen zu einem näherungsweise korrekten Ergebnis zu gelangen. Damit wird das menschliche Domänenwissen mit den Stärken der Künstlichen Intelligenz verbunden und die Mensch-KI-Interaktion durch algorithmisches Design ermöglicht. Dabei sollen explizit kognitive Modelle zur Mensch-KI-Interaktion in die algorithmische Entwicklung integriert werden. Die in „IKIDA“ zu erforschenden interaktiven KI-Algorithmen können so zukünftig die Alltags- und Industrieanwenderinnen dabei unterstützen, Robotern neue bzw. personalisierte Fertigkeiten beizubringen. Darüber hinaus werden die KI-Systeme in Anwendungen zur automatisierten Datenanalyse und -klassifikation durch die Interaktion mit Domänenexperten weiterentwickelt.
Die im Projekt entwickelten interaktiven KI-Algorithmen für Fertigkeitslernen und für die automatisierte Datenauswertung und -klassifikation sollen in den Anwendungsbereichen der assoziierten Partnern Energy Robotics GmbH (Darmstadt), Franka Emika GmbH (München) und Porsche Motorsport (Weissach) eingesetzt und evaluiert werden. Gemäß der Förderrichtlinie wird das „IKIDA“ von einer Forschungsgruppe bearbeitet, die überwiegend aus Wissenschaftlerinnen besteht. Die Leiterin der Forschungsgruppe bringt eine große Expertise im Bereich KI und in dem interdisziplinären Forschungsgebiet Mensch Roboter-Interaktion in das Projekt mit ein. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Lernen von Demonstrationen, Reinforcement Learning, Mensch-Roboter-Interaktion unter Unsicherheiten, Intentionsvorhersage und Menschzentriertem Lernen sowie Online Inkrementellem Lernen und Mixture Modellen.
Technische Universität Darmstadt
Hochschulstr. 10
64289 Darmstadt
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