Mit der Bekanntmachung „Erforschung, Entwicklung und Nutzung von Methoden der Künstlichen Intelligenz in KMU“ vom 9. März 2020 verfolgt das BMBF das Ziel, risikoreiche industrielle Forschungs- und vorwettbewerbliche Entwicklungsvorhaben von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) zu unterstützen. Gegenwärtig stellt die Digitalisierung den gesamten Mittelstand vor große Herausforderungen und die Bedeutung von Daten als wichtige Ressource nimmt kontinuierlich zu. Dabei sind Technologien der KI als entscheidende Kernkomponenten der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) wesentliche Treiber der Digitalisierung. Mit der Förderung soll erreicht werden, dass deutlich mehr KMU eigene Forschungsergebnisse und neue wissenschaftliche Erkenntnisse in innovative industrielle und gesellschaftlich wichtige Anwendungen umsetzen und ihre Wachstums- und Wettbewerbsfähigkeit stärken. Mit der Förderung von Verbundprojekten soll dabei zudem die Zusammenarbeit von KMU mit der Wissenschaft gestärkt und intensiviert werden. Die Fördermaßnahme ist Teil der Umsetzung der KI-Strategie der Bundesregierung und der Hightech-Strategie 2025.
Projektrisikomanagement mit KI-Methoden unterstützen
Deutsche KMU arbeiten überwiegend in Projektform. Untersuchungen zeigen jedoch, dass je nach Branche und Bereich mehr als 60 % der Projekte scheitern, d. h. erheblich teurer werden, länger brauchen als geplant oder gänzlich abgebrochen werden. Die Ursachen des Scheiterns sind vielfältig. Eines der Kernprobleme bei KMU liegt in mangelnden Kenntnissen über das besonders erfolgskritische Projektrisikomanagement (PRM).
Ziel des Verbundvorhabens KIPRM ist es, die technologischen Grundlagen zu erforschen, um das PRM in KMU mit Hilfe von KI-Methoden während des gesamten Lebenszyklus eines Projekts zu unterstützen. Dazu gehört, geeignete Machine Learning-Methoden zu entwickeln und einzusetzen, um Projektrisiken zu identifizieren und zu bewerten sowie darauf abgestimmt Maßnahmen zur Bewältigung vorzuschlagen. Außerdem sollen Projektrisiken fortlaufend überwacht und über die Risikosituation regelmäßig berichtet werden können. Der Einsatz von KI-Methoden im PRM kann so die Projektleitung von Routinearbeiten entlasten und die Effektivität des PRM durch präzise Prognosemodelle erhöhen. Um die Akzeptanz des KIPRM zu verbessern, wird die Lösung mit Hilfe von erklärbaren KI-Konzepten so gestaltet, dass die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der KI-Methoden nachvollziehbar und transparent dargestellt werden können. Im Rahmen des Vorhabens werden vorrangig Lösungsansätze für Softwareprojekte entwickelt. Diese werden durch Testläufe und mittels definierter Anwendungsszenarien auf ihre Praxistauglichkeit geprüft.
Die Ergebnisse des Vorhabens sollen auf andere Anwendungsdomänen z. B. Bau- und Chemieindustrie, Maschinenbau, Unternehmensberatungen und Digitalisierungsbereiche übertragbar sein, in denen vergleichbare Herausforderungen bzgl. Datenhoheit, Datenschutz, Dezentralität und limitierter Datenbasis bestehen.
B&IT Solutions
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