E-DELIB

Powering up E-deliberation: towards AI-supported moderation

Motivation

KI-Nachwuchswissenschaftlerinnen Mit der Bekanntmachung „Förderung von KI-Nachwuchswissenschaftlerinnen“ vom 19. Juni 2019 wird das Ziel verfolgt, den Anteil qualifizierter Frauen in Führungspositionen der deutschen KI-Forschung zu steigern und den Einfluss von Wissenschaftlerinnen auf das Themengebiet nachhaltig zu stärken. Die Erforschung von KI-Fragestellungen zu neuartigen und innovativen Themen durch Nachwuchsgruppen, die von Frauen geleitet werden, steht im Fokus. Nachwuchswissenschaftlerinnen aus den Fachbereichen Informatik, Mathematik, Physik, Linguistik, Neuro- und Kognitionswissenschaften, Psychologie oder angrenzender Fachgebiete sowie aus KI-bezogenen Spezialisierungen in Anwendungsgebieten werden gefördert, um die Forschung zum Thema KI in Deutschland weiter voranzubringen und um die verantwortungsvolle Beteiligung von herausragend qualifizierten Frauen im Wissenschaftssystem weiter zu erhöhen. Mit der Förderung der Nachwuchsgruppen soll den Wissenschaftlerinnen die Möglichkeit gegeben werden, eigenständige Forschung zu betreiben, ihr wissenschaftliches Profil zu stärken und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Bürgerbeteiligung an öffentlichen Diskussionen durch E-Deliberation Deliberation stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Beratschlagung und beschreibt eine auf den Austausch von Argumenten angelegte Form der Entscheidungsfindung. Deliberation ermöglicht eine Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern an öffentlichen Entscheidungsprozessen. Die Beteiligung erfolgt in einem Beratungsprozess, in dem von Bürgern eingebrachte Vorschläge diskutiert werden. Eine Bürgerbeteiligung wird bereits in vielen Städten und Gemeinden als Mitgestaltungselement in Form von Bürgerdialogen, beispielsweise zur Radverkehrsentwicklung, praktiziert. Wenn es darum geht, eine Beteiligung in großem Maßstab zu ermöglichen, hat das Internet ein enormes Potenzial. In den letzten Jahren wurden mehrere Online-Plattformen zur Unterstützung der Bürgerbeteiligung entwickelt und gleichzeitig bestehende Austauschplattformen (Wiki, Foren) für Debatten genutzt. Nutzer sozialer Medien wissen jedoch, wie schwierig es sein kann, eine fruchtbare Diskussion im Internet zu führen. Und unabhängig vom Medium ist eine auf Entscheidungsfindung ausgerichtete Diskussion eine große Herausforderung an sich: Dies gilt insbesondere dann, wenn große Gruppen von Bürgern beteiligt sind. In diesen Fällen ist eine Moderation der Diskussion sinnvoll, um die Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Ziele und Vorgehen

Das Ziel des Vorhabens E-DELIB ist es, mithilfe von Natural Language Processing (NLP) und Methoden aus den Politikwissenschaften eine automatische Moderation für Bürgerdialoge zu entwickeln. Es werden NLP-Methoden und -Werkzeuge entwickelt, die ein besseres Verständnis der Dynamiken digitaler Deliberationsprozesse ermöglichen, und die Skalierbarkeit digitaler Deliberation bis hin zu großen Zielgruppen (mehr Nutzer, mehr Sprachen) verbessern sollen, während gleichzeitig eine hohe Qualität im Sinne des Informationsflusses und der Inklusion aller Teilnehmenden beibehalten werden soll. Dies soll eine faire Moderation der Diskussion im Internet unterstützen. Zum Beispiel, indem der Diskursaustausch stärker fokussiert wird, indem Gemeinsamkeiten zwischen den Positionen der Teilnehmer automatisch erkannt und ihnen aufgezeigt werden. Empirisch lässt sich Moderation im Rahmen des Diskurses als eine Form der Optimierung modellieren. Der Prototyp des Moderators soll in ausgewählten Deliberationskampagnen in Zusammenarbeit mit einem Industriepartner auf der Plattform Deliberatiorium getestet werden.

Innovationen und Perspektiven

E-DELIB wird von einer Computerlinguistin geleitet mit einem starken Interesse an der Anwendung von NLP-Methoden auf interdisziplinäre Forschungsfragen in den Bereichen Politikwissenschaft, Kognitionswissenschaft und Linguistik. E-DELIB wird am IMS Stuttgart, einer der führenden Institutionen für NLP in Deutschland, angesiedelt und in den äußerst aktiven Kontext der Digital Humanities der Universität Stuttgart eingebettet sein.

Projektinformation

Projektleitung

Universität Stuttgart
Pfaffenwaldring 5b
70569 Stuttgart

Volumen

1.722.785,00 €

Laufzeit

07/2026 – 07/2026

Projektpartnerinnen und -partner

Universität Stuttgart - Fakultät 5 Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik - Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung