Mit der Bekanntmachung „Erforschung, Entwicklung und Nutzung von Methoden der Künstlichen Intelligenz in KMU“ vom 9. März 2020 verfolgt das BMBF das Ziel, risikoreiche industrielle Forschungs- und vorwettbewerbliche Entwicklungsvorhaben von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) zu unterstützen. Insbesondere sollen KMU beim beschleunigten Technologietransfer aus dem vorwettbewerblichen Bereich in die praktische Anwendung gestärkt werden. Technologien der KI sind wesentliche Treiber der Digitalisierung, die gegenwärtig den gesamten Mittelstand vor große Herausforderungen stellt. Dabei nimmt die Bedeutung von Daten als wichtige Ressource kontinuierlich zu. Mit der Förderung soll erreicht werden, dass deutlich mehr KMU eigene Forschungsergebnisse und neue wissenschaftliche Erkenntnisse in innovative industrielle und gesellschaftlich relevante Anwendungen umsetzen und ihre Wachstums- und Wettbewerbsfähigkeit stärken. Mit der Förderung von Verbundprojekten soll dabei zudem die Zusammenarbeit von KMU mit der Wissenschaft gestärkt und intensiviert werden. Die Fördermaßnahme ist Teil der Umsetzung der KI-Strategie der Bundesregierung und der Hightech-Strategie 2025.
Qualitätssicherung und Prozessoptimierung mittels Künstlicher Intelligenz
Um die Produktivität von Produktionsanlagen zu erhöhen, sieht die Industrie ein hohes Potential im Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), was sich für viele aber aufgrund zurzeit noch fehlender Lösungen nicht so schnell umsetzen lässt. Existierende Lösungen im Bereich der Maschinen- und Verfahrenstechnik werden von den Herstellern meist nur in Kombination mit entsprechenden Anlagen vermarktet. Komplexe KI-Lösungen müssen deshalb im Rahmen teurer Individualprojekte umgesetzt werden. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bedeutet das hohe Kosten bei oft noch unklaren Erfolgsaussichten.
Ziel des Verbundvorhabens „RECAST“ ist es daher, ein einfach zu bedienendes und dennoch adaptierbares Framework zur Prozessbegleitung zu erstellen. Das Framework soll existierende Anlagen kostengünstig aufwerten, indem die Produktionsprozesse digital abgebildet werden. Erfahrene und technologisch versierte Mitarbeiter von KMU werden so in die Lage versetzt werden, KI selbstständig in existierende Prozessketten zu integrieren. Fertigungsdaten von Produktbauteilen sollen über den gesamten Produktionsprozess erfasst werden. Die gesammelten Daten sollen einzelne Prozessschritte hinsichtlich ihrer Automatisierbarkeit durch KI-Lösungen bewerten. Stellt das Framework auf Basis der gesammelten Prozessdaten fest, dass ein Prozessschritt automatisierbar ist (z. B. eine Qualitätskontrolle), so wird dies dem Prozessverantwortlichen vorgeschlagen. Zur Projektlaufzeit sollen die entwickelten KI-Methoden insbesondere für Sensordaten von verschiedenen Schweißprozessen eingesetzt und evaluiert werden. Das Ziel ist dabei eine automatisierbare und zerstörungsfreie Qualitätssicherung der Festigkeit der Schweißung sowie die Prozessoptimierung zu unterstützen.
Das entwickelte Framework soll Open Source zur Verfügung gestellt werden, um eine große Verbreitung zu erreichen und somit den Einsatz von KI in der Produktion zu beschleunigen. Das Open Source Framework soll primär als Software-as-a-Service verwertet werden. Um das Framework nach Vorhabensende weiterzuentwickeln, ist geplant, eine Software-Foundation zu gründen, finanziert von Unternehmen aus dem Bereich der Verfahrenstechnik.
WOGRA AG
Hery-Park 3000
86368 Gersthofen
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