Technologische Souveränität ist relevant für den zukünftigen Wohlstand Deutschlands. Technologisch souverän bedeutet auch, digitale und industrielle Schlüsseltechnologien mitgestalten zu können. Die Entwicklung von Software ist neben der Hardware die grundlegende Technologie der Digitalisierung. Die zuverlässige Beherrschung und effiziente Nutzung von Methoden, Werkzeugen und Verfahren der Softwareentwicklung ist eine Schlüsseltechnologie für die Wirtschaft moderner Hochtechnologie-Nationen wie Deutschland. Ein aktuell besonders wichtiger Bereich dieser Schlüsseltechnologie ist das Tätigkeitsfeld Künstliche Intelligenz (KI). Das BMFTR adressiert die genannten Themenfelder im Rahmen übergreifender forschungs- und innovationspolitischer Strategien und Rahmenprogramme der Bundesregierung.
Zweiter Partnerdialog zur KI-Forschung im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland
Am 2. März 2026 diskutierten rund 80 Expert:innen im BMFTR in Berlin und online im Rahmen des zweiten KI-Partnerdialogs, wie Deutschland als zentraler Player der nächsten KI-Generation im weltweiten Wettbewerb bestehen kann (Ziel 3 im Bereich KI der Hightech Agenda Deutschland). Nach einem Impuls von Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber stand die Arbeit an der konkreten KI-Roadmap im Fokus. Die Teilnehmenden reflektierten das Kernziel und diskutierten zeitlich konkretisierbare Meilensteine. Ein Schwerpunkt lag darauf, Flaggschiff-Maßnahmen zu präzisieren und relevante Projekte von Umsetzungspartnern zur Erreichung der Meilensteine zu identifizieren. Diskutiert wurden dabei insbesondere europäische Basismodellkompetenzen, leistungsfähige Recheninfrastrukturen und der Transfer von Forschung in die wirtschaftliche Anwendung. Diese Ergebnisse fließen unmittelbar in die Umsetzung der Hightech Agenda ein, um den KI-Standort Deutschland nachhaltig zu stärken.
Erster Partnerdialog zur KI-Forschung im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland
Um Roadmaps für die Hightech Agenda Deutschland zu erarbeiten und die Agenda mit Blick auf die sechs Schlüsseltechnologien voranzutreiben, sind Partnerdialoge ein zentrales Instrument. Am 23.01.2026 trafen sich im Forum Digitale Technologien in Berlin sowie online ca. 100 hochrangige Expertinnen und Experten aus Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft zu einem intensiven Austausch, um Umsetzungspfade zu den ambitionierten Agendazielen für Künstliche Intelligenz zu finden. Der Partnerdialog startete mit entschlossenen Impulsen einiger Top-Innovatorinnen und -Innovatoren. Der zentrale Veranstaltungsteil waren die Austauschformate, in deren Fokus der Brückenschlag zwischen akademischer Forschung und den konkreten KI-Use-Cases in Unternehmen stand. Insbesondere die Ideen zum Technologietransfer fließen aktuell in die Ausdefinition der geplanten Fördermaßnahmen ein.
Hightech Agenda Deutschland
Die HTAD ist die im Jahr 2025 beschlossene technologie- und innovationspolitische Strategie der Bundesregierung. Die Ziele: Deutschland zum führenden Standort für neue Technologien machen und die technologische Unabhängigkeit stärken. Im Fokus der HTAD stehen sechs Schlüsseltechnologien: Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusion und klimaneutrale Energieerzeugung sowie Technologien für klimaneutrale Mobilität. Darüber hinaus unterstützt die HTAD fünf strategische Forschungsfelder. Die Stärkung des Forschungs- und Innovationssystems soll über neun strukturelle Maßnahmen umgesetzt werden, z. B. einen beschleunigten Wissens- und Technologietransfer.
Rahmenprogramm Technologisch souverän in Europa
Mit dem neuen Rahmenprogramm Forschung und Innovation für Technologische Souveränität 2030 (FITS2030) will das BMFTR die Entwicklung neuer Technologien in Deutschland im internationalen Vergleich besser und vor allem unabhängiger aufstellen. Das Rahmenprogramm bündelt die Förderung des BMFTR zu neuen Technologien in acht digitalen und vier industriellen Schlüsseltechnologien und stellt sie auf eine neue ganzheitliche Grundlage.
Aktionsplan Künstliche Intelligenz
Im November 2023 stellte das Forschungsministerium den KI-Aktionsplan des BMBF, jetzt Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), vor. Aufbauend auf der KI-Strategie der Bundesregierung und den bisherigen Ergebnissen der KI-Förderung ist das Ziel des KI-Aktionsplans, dem deutschen KI-Ökosystem und insbesondere dessen Schnittstellen zu Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft einen neuen Impuls zu geben. Das BMFTR hat dazu gezielt den Austausch mit KI-Expertinnen und -Experten sowie Stakeholdern gesucht. Im Ergebnis stehen elf konkrete Handlungsfelder, die verdeutlichen, wo der dringendste Handlungsbedarf besteht, wie die Maßnahmen des BMFTR diesen bereits heute angehen und was in den kommenden Monaten und Jahren noch folgen soll.
Nationale Strategie für Künstliche Intelligenz
Die nationale KI-Strategie wurde 2018 gestartet und 2020 fortgeschrieben, um KI Made in Germany an die Weltspitze zu bringen. Die Strategie formuliert 13 Ziele, die auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte abzielen. Sie umfasst zwölf Handlungsfelder, in denen ressortübergreifend Förderprogramme, Initiativen, Kooperationen etc. gestartet wurden. Mit einer breit angelegten Maßnahmenbasis wurden Forschung, Entwicklung, Technologietransfer, Ausbildung, Regulierung, gesellschaftlicher Dialog und internationale Vernetzung gestärkt. Im Jahr 2023 hat die OECD einen Länderbericht zum aktuellen Stand des Themas in Deutschland erarbeitet. Ergänzend hat das BMFTR mit dem Aktionsplan Künstliche Intelligenz ein Update zur KI-Strategie veröffentlicht.
KI-Verordnung
Im August 2024 ist die EU-KI-Verordnung (engl. EU AI Act) in Kraft getreten. Dabei handelt es sich um eine umfassende Regulierung des Einsatzes von KI-Modellen mit dem Ziel, die Entwicklung und den Einsatz vertrauenswürdiger KI in der EU zu fördern. Ein zentrales Element ist die Unterscheidung nach Risikoklassen. Außerdem enthält die Verordnung Regelungen für den Einsatz von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck (GPAI). Die Verordnung hat dementsprechend hohe Relevanz für innovative Unternehmen und gilt für Anbietende und Herstellende, Betreibende, Einführende/Importeurinnen und Importeure, Händlerinnen und Händler sowie Bevollmächtigte. Bei der Umsetzung in Deutschland soll die Bundesnetzagentur eine zentrale Rolle spielen, z. B. wird ein KI-Service Desk angeboten, auf dem Informationen übersichtlich aufbereitet sind.